Kompromissloser Linksaktivismus mit Verstand trifft auf zugänglichen Punk mit Herz: Minipax rangieren auf ihrem Debütalbum „LiebeHassFriedenKrieg“ gekonnt zwischen ohrwurmverdächtiger Eingängigkeit und politischem Engagement gegen Faschismus und willkürlicher Staatsgewalt – eine vielschichtige Bewegung fernab von Asi-Punk-Klischees und stumpfen Prügel-Parolen, die zwischen den Welten von intellektuellem Neomarxismus und Autonomen Zentren zuhause ist.

Mit einem Augenzwinkern nennen Minipax ihren eigenen Sound „Antifadeutschpop“ und zeigen damit ihr Bestreben, durchdachte politische Inhalte für möglichst viele Menschen bekömmlich zu gestalten. Die fünf Musiker aus dem südbayerischen und österreichischen Raum sind sozial, engagiert, und finden gerade deshalb klare Worte gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Nationalismus: „Ich scheiß auf eure Farben/Ich scheiß auf braun, rot, gold/Dass ich hier geboren wurde/Hab ich nicht geplant und nicht gewollt“, wie Frontmann Niki in „Grenzen“ singt. Mit „Beschissenheit der Dinge“ präsentieren Minipax den passenden Song zur aktuellen Situation im Land: „Jede kleine Deutschtümelei, Patriotismus und scheiß Fahnenschwenkerei, in der Mitte der Gesellschaft, macht mich mehr als krank! Alerta Alerta – und das ein Leben lang!“ Laut Niki soll er „dem deutschen Michel den Spiegel vorhält und Partypatrioten vermitteln, dass sie Mitschuld an brennenden Asylunterkünften tragen“.

Ihr unermüdlicher Einsatz gegen Faschismus hatte Sänger Niki bereits in Konflikt mit dem Staatsschutz gebracht, der wegen der Indizierung des Albums „Guten Morgen Deutschland“ seiner und Gitarrist Jürgens Vorgängerband Amdamdes massiv gegen die Band vorgegangen war: „Ein netter Polizeibeamter aus Ingolstadt fühlte sich damals irgendwie angesprochen und hat damaligen Veranstaltern mit Razzien gedroht, falls sie uns spielen lassen. Dies führte zu etwa 10 Konzertabsagen und Besuchen der Polizei auf unseren Konzerten“, wie Niki selbst rekapituliert. Aus diesen Erfahrungen geht er gestärkt und reflektiert heraus – es gehe nach solchen Begegnungen eben „nicht mehr nur darum, große platte Reden zu schwingen und dieselben, altbekannten 1312-Parolen zu wiederholen.“

Genauso, wie Minipax gnadenlos jede Form von willkürlich gezogenen Grenzen und Fremdenfeindlichkeit anklagen, zeigen sie sich trotz aller Wut als hoffnungslose Optimisten. Das Quintett ist auf der Straße zu Hause und bietet trotz allem jedem Menschen ihre Hilfe an. Ihre Botschaft verpackt „LiebeHassFriedenKrieg“ in ohrwurmtauglichen Punkrock, der in seiner Eingängigkeit nichts von der Pöbel-Attitüde manch anderer Band ihres Genres hat. Als Antithese zu eskapistischem Feel-Good-Deutschpop katapultieren Minipax Liebe, Freundschaft und Sinnkrisen „auf linksextrem“ in die Mitte der Gesellschaft: „Wir wollen diese Themen den Onkelz und Helene Fischer ein für alle Mal wegnehmen“, so Sänger Niki. „Deutschrock muss sterben, damit wir leben können.“

Das Album wurde produziert von Valentin Damjantschitsch, der sich auch schon für die Musik der bayerischen Kollegen von The Prosecution verantwortlich zeigte. Passend dazu ist mit Simon Bernhardt, dem Sänger der Ska-Punk-Band, ein hochkarätiger und passender Gastmusiker auf „LiebeHassFriedenKrieg“ vertreten. Aufgenommen im Reh mit Rucksack Studio in Regensburg, erscheint das Album auf CD über 30 Kilo Fieber Records und als sehenswertes, rot marmoriertes Vinyl mit Download Code über Subzine.

Die fünf Minister des Friedens transportieren auf „LiebeHassFriedenKrieg“ so antifaschistische Inhalte mit positiver Einstellung mitten in den Mainstream - denn egal ob Punk oder Popper, den Antifaschisten trifft dieses Album mitten ins Herz. Liebevoll, wütend, friedlich, kampfbereit und reflektiert gleichermaßen ist der Anspruch der Band nicht weniger, als eine Welt ohne Nationalstaaten und damit endlich ein menschliches, solidarisches Miteinander für alle zu erreichen. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg, den Minipax aber entschlossener denn je sind, zu beschreiten: „Das deutsche Wintermärchen begann mit dem Alptraum des Sommermärchens 2006 - Und wir erzählen euch die Geschichte dazu.“

 

 

 

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